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Habicht  (Accipiter gentilis (Linnaeus, 1758))

EU-Code: A085

Rote Liste 2016 NRW (Brutvogelarten): 3
Rote Liste 2016 NRW (Wandernde Vogelarten): *
Rote Liste 2010 NRW: V
Rote Liste D: *
Status in NRW: B; Erhaltungszustand in NRW (ATL): G↓
Status in NRW: B; Erhaltungszustand in NRW (KON): G

Habicht (Accipiter gentilis)
© Foto: Martin Woike, Haan
Habicht (Accipiter gentilis)
© Foto: Martin Woike, Haan

Habichte sind mittelgroße Greifvögel, allerdings unterscheiden sich die Geschlechter erheblich in der Körpergröße. Die bis zu 61 cm großen Weibchen erreichen die Größe eines Mäusebussards, die Männchen sind nur wenig größer als ein Sperberweibchen. Im Flugbild sind sie am langen Schwanz und den kurzen, breiten sowie stark gerundeten Flügeln zu erkennen. Die Flügelschläge sind oft kräftiger und langsamer als beim Sperber und oft durch Gleitphasen unterbrochen. Ausgewachsene Tiere sind oberseits schiefer- bis graubraun, die Kopfplatte ist dunkel, der Überaugenstreif weiß. Die Unterseite ist weiß mit feinen schwarzen Querbändern gezeichnet. Unausgefärbte Jungtiere sind oberseits dunkelbraun, unterseits rahmfarben und roströtlich mit kräftig dunkelbraunen Längsstreifen gezeichnet. Der Schnabel ist schwarz, die Wachshaut und die Schnabelwinkel sind grünlichgelb. Vor allem bei Störungen am Nest ist der Habicht ruffreudig, dann ertönen seine lang gezogenen, hohen „gik gik gik..“-Rufreihen. Als wendiger Deckungsjäger steuert der Habicht seine Beute meist aus niedrigem Anflug an, verfolgt diese aber nur selten über längere Zeit. Als Nahrung erbeutet das Weibchen größtenteils kleine bis mittelgroße Vögel, das Männchen schlägt kleinere Tiere. In Mitteleuropa ist die häufigste Beute die Ringeltaube, es folgen Eichelhäher, Drosseln und Stare.

Der Habicht tritt in Nordrhein-Westfalen ganzjährig als mittelhäufiger Stand- und Strichvögel auf. Nur selten werden größere Wanderungen über eine Entfernung von mehr als 100 km durchgeführt. Als Lebensraum bevorzugt der Habicht Kulturlandschaften mit einem Wechsel von geschlossenen Waldgebieten, Waldinseln und Feldgehölzen. Als Bruthabitate können Waldinseln ab einer Größe von 1 bis 2 ha genutzt werden. Die Brutplätze befinden sich zumeist in Wäldern mit altem Baumbestand, vorzugsweise mit freier Anflugmöglichkeit durch Schneisen. Der Horst wird in hohen Bäumen (z.B. Lärche, Fichte, Kiefer oder Rotbuche) in 14 bis 28 m Höhe angelegt. Insgesamt kann ein Brutpaar in optimalen Lebensräumen ein Jagdgebiet von 4 bis 10 km² beanspruchen. Der Horstbau beginnt bereits im Winter, die Eiablage erfolgt ab Ende März, spätestens im Juli sind die Jungen flügge.

Der Habicht ist in Nordrhein-Westfalen in allen Naturräumen nahezu flächendeckend verbreitet. Der Gesamtbestand wird auf 1.500 bis 2.000 Brutpaare geschätzt (2015).