Wasserralle  (Rallus aquaticus L.)

EU-Code: A118

VS-Art. 4(2)

Rote Liste 2016 NRW (Brutvogelarten): 3
Rote Liste 2016 NRW (Wandernde Vogelarten): V
Rote Liste 2010 NRW: 3
Rote Liste D: *
Status in NRW: B; Erhaltungszustand in NRW (ATL): U
Status in NRW: B; Erhaltungszustand in NRW (KON): U

Wasserralle (Rallus aquaticus)
© Foto: Martin Woike, Haan
Wasserralle (Rallus aquaticus)
© Foto: Martin Woike, Haan

Die Wasserralle ist mit einer Körpergröße von 28 cm nur etwas größer als eine Amsel. Aufgrund der heimlichen Lebensweise können die dämmerungs- und nachtaktiven Tiere nur selten beobachtet werden. Die Oberseite ist dunkelbraun mit schwarzen Längsflecken, die Unterseite ist dunkel blaugrau gefärbt. Markant ist der lange, dünne rote Schnabel. Jungvögel sind insgesamt matter gefärbt. Die Wasserralle verrät ihre Anwesenheit häufig durch ihre Rufe. Der häufigste Ruf ist ein gereiht vorgetragenes, lautes „kruieh“, das an das Quieken eines Ferkels erinnert. Als Nahrung werden Kleintiere, vor allem Insekten und deren Larven, kleine Schnecken, Würmer, Krebse, seltener auch kleine Wirbeltiere erbeutet.

In Nordrhein-Westfalen kommt die Wasserralle ganzjährig als seltener Stand- und Strichvogel sowie als Wintergast vor. Als Lebensraum bevorzugt die Wasserralle dichte Ufer- und Verlandungszonen mit Röhricht- und Seggenbeständen an Seen und Teichen (Wassertiefe bis 20 cm). Bisweilen werden aber auch kleinere Schilfstreifen an langsam fließenden Gewässern und Gräben besiedelt. Auf einer Fläche von 10 ha Röhricht können bis zu 10 Brutpaare vorkommen. Das Nest wird meist gut versteckt in Röhricht- oder dichten Seggenbeständen angelegt. Im Winter treten Wasserrallen auch an weniger dicht bewachsenen Gewässern auf, die Gewässer beziehungsweise Uferzonen müssen aber zumindest partiell eisfrei bleiben. Das Brutgeschäft beginnt ab April, spätestens im Juli sind alle Jungen flügge.

Die Wasserralle ist in Nordrhein-Westfalen vor allem im Tiefland lokal verbreitet. Die bedeutendsten Brutvorkommen liegen in den Vogelschutzgebieten „Rieselfelder Münster“, „Bastauniederung“ und „Moore des Münsterlandes“. Der Bestand unterliegt starken Schwankungen und wird auf mindestens 200 bis 600 Brutpaare geschätzt (2015).