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Raufußkauz  (Aegolius funereus (Linnaeus, 1758))

EU-Code: A223

VS-Anh. I

Rote Liste 2016 NRW (Brutvogelarten): 1S
Rote Liste 2016 NRW (Wandernde Vogelarten): *
Rote Liste 2010 NRW: RS
Rote Liste D: *
Status in NRW: B; Erhaltungszustand in NRW (ATL):
Status in NRW: B; Erhaltungszustand in NRW (KON): U

Raufußkauz (Aegolius funereus)
© Foto: Martin Woike, Haan

Der Raufußkauz ist mit einer Körpergröße von 25 cm etwa so groß wie ein Steinkauz. Das Gefieder ist auf der Oberseite grau-bräunlich mit weißen Flecken besetzt. Die Unterseite ist weißlich mit dunklen Längsstreifen. Der große runde Kopf weist im Gesichtsfeld einen deutlichen, schwarzbraun abgesetzten Schleier auf. Die Iris ist leuchtend gelb. Jungvögel sind anfangs überwiegend dunkel schokoladenbraun. Typisch ist die aufrechte Haltung des Kauzes. Der Reviergesang des Männchens ist eine schnelle Reihe von tiefen Pfeiftönen „hu-hu-hu-hu-hu“, der nicht nur in der Balzzeit ab Januar, sondern auch in den Herbstmonaten zu hören ist. Die Nahrung besteht aus Kleinsäugern (vor allem Wühlmäuse, Waldmausarten, Spitzmäuse), Vögel stellen eine wichtige Ausweichnahrung dar. Die Nahrung wird in der Regel von einer Sitzwarte aus im Stoßflug erbeutet.

In Nordrhein-Westfalen kommt der Raufußkauz ganzjährig als seltener Stand- und Strichvogel vor. Der Raufußkauz gilt als eine Charakterart reich strukturierter Laub- und Nadelwälder der Mittelgebirgslagen (v.a. Buchenwälder). Entscheidend für das Vorkommen sind ein gutes Höhlenangebot in Altholzbeständen sowie deckungsreiche Tageseinstände, oftmals in Fichten. Als Nahrungsflächen werden lichte Waldbestände und Schneisen, Waldwiesen, Waldränder sowie Wege genutzt. Ein Brutrevier kann eine Größe zwischen 60 bis 120 ha erreichen. Die Nistplätze befinden sich in größeren Baumhöhlen, gerne in Schwarzspechthöhlen. Regelmäßig werden auch Nistkästen angenommen. Die Balz beginnt im zeitigen Frühjahr gegen Ende Februar/Anfang März. Zwischen Ende März und Anfang Mai erfolgt die Eiablage, bis Juli sind die letzten Jungen flügge. Unter günstigen Nahrungsbedingungen sind Zweitbruten möglich.

In Nordrhein-Westfalen kommt der Raufußkauz ausschließlich in den Mittelgebirgsregionen mit einem Schwerpunkt im Sauer- und Siegerland vor. Bis Anfang der 1990er-Jahre ist der Brutbestand trotz starker Schwankungen deutlich angestiegen, seither ist wieder ein leichter Rückgang zu verzeichnen. Der Gesamtbestand wird auf unter 100 Brutpaare geschätzt (2015).