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Geschützte Arten in Nordrhein-Westfalen


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Moorfrosch  (Rana arvalis Nilsson,1842)

(Syn.: Rana terrestris, R. oxyrrhinus, R. palustris)

EU-Code: 1214

FFH-Anh. IV

Rote Liste 2010 NRW: 2S
Rote Liste 1999 NRW: 1
Rote Liste D: 2
Erhaltungszustand in NRW (ATL): G
Erhaltungszustand in NRW (KON): G

Moorfrosch (Rana arvalis)
© Foto: Peter Schütz, Essen

Mit einer Körperlänge von 4,5-6 (max. 7,5) cm ist der Moorfrosch (Rana arvalis) der kleinste einheimische Braunfrosch. Die plump wirkenden Tiere sind auf der Oberseite meist braun, seltener rötlich, gelblich oder gräulich gefärbt. Der Rücken ist mit einem variablen dunklen Fleckenmuster und mit hellen Längsbändern gezeichnet. Die weiß-gelbliche Bauchseite ist meist ungefleckt. In der Paarungszeit wechselt die Körperfarbe bei den Männchen für wenige Tage in eine charakteristische, blauviolette Grundfärbung („Hochzeitskleid“). Von anderen Braunfröschen unterscheidet sich der Moorfrosch durch die kurze, spitze Schnauze. Der Paarungsruf des Moorfroschs ist eine kurze Rufreihe aus einem „wuog…wuog…wuog“, das sich wie ein „Glucksen“ anhört

Der Moorfrosch kommt ausschließlich in Lebensräumen mit hohen Grundwasserständen vor. Besiedelt werden Feucht- und Nasswiesen, Feuchtheiden, Nieder- und Flachmoore, die Randbereiche von Hoch- und Übergangsmooren sowie Erlen-, Birken- und Kiefernbruchwälder. Als Laichgewässer werden Teiche, Weiher, Altwässer, Gräben, Moorgewässer sowie die Uferbereiche größerer Seen aufgesucht. Die Gewässer sind oligo- bis mesotroph, schwach bis mäßig sauer (pH-Wert >4,5) und fischfrei. Im Winter verstecken sich die Tiere an Land und graben sich in frostfreie Lückensysteme in den Boden ein. Seltener überwintern sie am Gewässergrund

Moorfrösche gehören zu den „Früh- und Explosivlaichern“. Für diesen Fortpflanzungstyp ist kennzeichnend, dass alle Tiere einer Population innerhalb weniger Tage das gesamte Laichgeschäft eines Jahres absolvieren. Diese konzentrierte Fortpflanzungsphase fällt im zeitigen Frühjahr in die Monate Februar bis April. Die ersten Jungfrösche gehen bereits ab Juni an Land. Je nach Witterung kann sich die Entwicklung aber auch bis zum September hinziehen. Die Mobilität des Moorfroschs ist eher gering ausgeprägt. Die Alttiere entfernen sich nur bis zu 1.000 m von den Laichgewässern

In Nordrhein-Westfalen erreicht der Moorfrosch seine süd-westliche Verbreitungsgrenze. Er gilt als „stark gefährdet“ und kommt vor allem im Tiefland vor. Ein Verbreitungsschwerpunkt liegt im Bereich des Münsterlandes. Insgesamt sind etwa 100 Vorkommen bekannt (2001-2010).