Teichrohrsänger  (Acrocephalus scirpaceus (Herm.,1804))

Artspezifisch geeignete Kartiermethoden (Methodensteckbriefe)

1. Bestandserfassung (Ersterhebung)

1.1. Bestandserfassung Brutvögel

1.1.1. Kartiermethode: Revierkartierung
  • Überwiegend Kartierung singender Männchen, daneben Erfassung Nest bauender oder brütender Altvögel. Kartierung in ausgedehnten Röhrichten von erhöhten Punkten aus (ca. 1 m über Schilfniveau, z.B. Deiche, Beobachtungstürme, Stehleitern).
Termine / Wiederholungen / Zeitraum:
  • 1. Ende Mai (Gesang).
  • 2. Anfang Juni (Gesang).
  • 3. Mitte Juni bis Ende Juni (Gesang, Brutnachweis).
Günstige Tageszeit:
  • Ab Sonnenaufgang bis 4 Stunden nach Sonnenaufgang. Bei windarmen, (trockenen), milden äußeren Bedingungen, doch auch nach warmem Regen.
Auswertung der Bestandserfassung:
  • Wertungsgrenzen: Mitte Mai bis Anfang Juli.
  • Brutverdacht:
    • Zweimalige Feststellung eines singenden Männchens im Abstand von mindestens 7 Tagen, davon eine Anfang Juni bis Ende Juni.
    • Einmalige Gesangsfeststellung und mindestens eine weitere Feststellung eines Altvogels im Abstand von mindestens 7 Tagen, davon eine Anfang Juni bis Ende Juni.
    • Einmalige Feststellung eines singenden Männchens erst Mitte Juni bis Ende Juni.
  • Brutnachweis: insbesondere
    • Fütternde Altvögel.
Hinweise:
  • Bei dichter Besiedlung (auch auf kleinen Flächen < 1 ha) wird bei der Revierkartierung der Bestand meist deutlich unterschätzt (40-80 % sind belegt). Standardisierter Netzfang, Farbberingung und Nestersuche als alternative Methoden sind jedoch nur bei speziellen Studien leistbar. Daher wird die Wertung bereits einer Gesangsfeststellung ab Mitte Juni als Revier empfohlen.
  • Spontane Gesangsaktivität ist nach Paarbildung reduziert, Teichrohrsänger lassen sich jedoch durch Störgeräusche (Knicken von Ästchen, Rascheln, Stimmenimitation, Klangattrappe) zum Singen animieren. Auch Weibchen können bei Erregung singen.
  • In unzugänglichen, weitläufigen Röhrichten sind singende Männchen zu Anfang der Revierbesetzung oft noch im vorjährigen Schilf zu sehen (ggf. aber nicht mehr herauszuhören), daher möglichst nicht bei schlechten Sichtverhältnissen (Nebel) kartieren.
  • Nahrungssuche auch außerhalb des Reviers.
  • Durchzügler können mitunter in artfremden Lebensräumen (z.B. Hecken) singen, sind am nächsten Tag jedoch meist verschwunden.
  • In großen Schilfgebieten kann das Maximum an registrierten Teichrohrsängern als Richtwert für den Bestand verstanden werden.
  • Zusätzliche Feststellungen lassen sich bei Abend- und Nachtkartierungen anderer Arten gewinnen.

1.2. Bestandserfassung Rastvögel

  • Nicht relevant.

1.3. Bestandserfassung Zugvögel

  • Nicht relevant.