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Bestandserfassung

Verbreitungskarten

Bluthänfling  (Carduelis cannabina (L.1758))

EU-Code: A366

Rote Liste 2016 NRW (Brutvogelarten): 3
Rote Liste 2016 NRW (Wandernde Vogelarten): V
Rote Liste 2010 NRW: V
Rote Liste D: *
Status in NRW: B; Erhaltungszustand in NRW (ATL): unbek.
Status in NRW: B; Erhaltungszustand in NRW (KON): unbek.

Der Bluthänfling ist mit einer Körperlänge von 13,5 cm ein etwa spatzengroßer Finkenvogel von schlanker Gestalt. Im Prachtkleid weist er einen stark ausgebildeten Geschlechtsdimorphismus auf. Das Männchen ist unverkennbar aufgrund der leuchtend blutroten Färbung von Vorderscheitel und Brust, einem ansonsten grauen Kopf und dem kastanienbraunen Mantel. Die Schwingen und der tief gegabelte Schwanz sind dunkelbraun und weiß gebändert. Im Schlichtkleid ist die Rotfärbung des Männchens deutlich matter. Nach der Vollmauser im Spätsommer/Herbst erfolgt der Wechsel zum Prachtkleid ohne Mauser. Das Weibchen ist unscheinbar graubraun und weist keinerlei Rottönung des Gefieders auf. Der in Anschlag und Klangfarbe sehr charakteristische Ruf im Abflug oder Flug ist hart und kurz „gegege“. Der im Singflug oder von einer hohen Warte aus vorgetragene Gesang beginnt mit einem sich beschleunigenden „gigigi“, gefolgt von einem hastigen Gemisch aus kurzen Lauten und Trillern. Auch das Weibchen singt, vor allem im Herbst. Beim Bluthänfling handelt es sich um einen Brutvogel der borealen, gemäßigten, mediterranen und Steppenzone der West- und Zentralpaläarktis. In Mitteleuropa ist er vor allem im Tiefland ein flächig verbreiteter, häufiger Brutvogel. Regional gibt es allerdings einen starken Rückgang. In milden Tieflandgebieten tritt er auch als Jahresvogel auf. Die Winterquartiere dieses Kurz- und Mittelstrecken-, im Westen Mitteleuropas auch Teilziehers, liegen in West- und Südeuropa.

Als typische Vogelart der ländlichen Gebiete bevorzugt der Bluthänfling offene mit Hecken, Sträuchern oder jungen Koniferen bewachsene Flächen und einer samentragenden Krautschicht. In NRW sind dies z.B. heckenreiche Agrarlandschaften, Heide-, Ödland- und Ruderalflächen. Seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts aber hat sich die Präferenz auch in die Richtung urbaner Lebensräume, wie Gärten, Parkanlagen und Friedhöfe verschoben. Hier ist die vornehmlich vegetabilische Nahrung des Bluthänflings in Form von Sämereien in ausreichender Zahl vorhanden. Der bevorzugte Neststandort befindet sich in dichten Büschen und Hecken. Das Brutgeschäft im Rahmen einer gewöhnlich monogamen Saisonehe beginnt frühestens ab Anfang April, Hauptzeit ist die erste bzw. zweite Maihälfte, das letzte Gelege wird in der ersten Augustdekade begonnen.

Das nahezu flächendeckende Verbreitungsgebiet des Bluthänflings in NRW zeigt unterschiedliche, aber nicht mit der Höhenlage korrelierende Siedlungsdichten. Da geschlossene Waldgebiete gemieden werden, sind die meisten Mittelgebirgsregionen mit Ausnahme der Eifel spärlicher besiedelt. Hohe Bestände treten lokal an verschiedenen Stellen auf, die meisten Bluthänflinge kommen aber in einem breiten Streifen von der Hellwegbörde bis ins Ravensberger Hügelland und das Wiehengebirge vor. Der Gesamtbestand wird auf 11000 bis 20000 Reviere geschätzt (2014).