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Bestandserfassung

Verbreitungskarten

Ziegenmelker  (Caprimulgus europaeus L.)

EU-Code: A224

VS-Anh. I

Rote Liste 2016 NRW (Brutvogelarten): 2S
Rote Liste 2016 NRW (Wandernde Vogelarten): 3
Rote Liste 2010 NRW: 1S
Rote Liste D: 2
Status in NRW: B; Erhaltungszustand in NRW (ATL): S
Status in NRW: B; Erhaltungszustand in NRW (KON): S

Der Ziegenmelker ist ein etwa 27 cm großer, nacht- und dämmerungsaktiver Vogel, der tagsüber aufgrund seines Tarngefieders sowie des ruhigen Verhaltens kaum zu entdecken ist. Das graubraune Gefieder ist dicht mit dunkelbraunen und rostgelben Sprenkeln und Bändern gezeichnet. Es hebt sich kaum vom Untergrund ab, wenn der Ziegenmelker am Tage regungslos auf Zweigen oder am Boden sitzt. In der Regel ist er nur nachts zu hören, wenn sein markantes, lang andauerndes monotones Schnurren „errr-örrr-errr-örrr.....“ von einer Singwarte oder aus dem Flug erklingt. Typisch ist auch ein Flügelklatschen, das einem Peitschenknall ähnelt. Die Nahrung wird im Flug erbeutet und besteht aus nachtaktiven Insekten. Für die Jungvögel werden weichhäutige Insekten benötigt.

Der Ziegenmelker ist ein Zugvogel, der als Langstreckenzieher in Afrika südlich der Sahara überwintert. In Nordrhein-Westfalen tritt er als seltener Brutvogel auf. Ziegenmelker bewohnen ausgedehnte, reich strukturierte Heide- und Moorgebiete, Kiefern- und Wacholderheiden sowie lichte Kiefernwälder auf trockenem, sandigem Boden. Größere Laubwälder mit Kahlschlägen und Windwurfflächen werden seltener besiedelt. Als Nahrungsflächen benötigt er offene Bereiche wie Waldlichtungen, Schneisen oder Wege. Die Mindestgröße eines Brutreviers beträgt 1 bis 1,5 ha. Die Siedlungsdichte kann bis zu 1 bis 2 Brutpaare auf 10 ha betragen. Der Nistplatz liegt trocken und sonnig am Boden, meist an vegetationsarmen Stellen. Nach Ankunft aus den Überwinterungsgebieten (frühestens Ende April) beginnt ab Mai/Juni die Eiablage, Zweitbruten sind möglich. Spätestens im August sind die Jungen flügge.

In Nordrhein-Westfalen kommt der Ziegenmelker nur noch sehr lokal vor allem in Heidegebieten und auf Truppenübungsplätzen vor. Seit den 1960er-Jahren sind die Bestände rückläufig. Die bedeutendsten Brutvorkommen liegen in den Vogelschutzgebieten „Schwalm-Nette-Platte“, „Senne“, „Heubachniederung, Lavesumer Bruch und Borkenberge“ sowie „Drover Heide“. Der Gesamtbestand wird auf 250 bis 300 Brutpaare geschätzt (2015).