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Geschützte Arten in Nordrhein-Westfalen


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Verbreitungskarten

Raubwürger  (Lanius excubitor Linnaeus, 1758)

EU-Code: A340

VS-Art. 4(2)

Rote Liste 2010 NRW: 1S
Rote Liste 1999 NRW: 1N
Rote Liste D: 1
Status in NRW: B; Erhaltungszustand in NRW (ATL): S
Status in NRW: B; Erhaltungszustand in NRW (KON): S

Raubwürger (Lanius excubitor)
© Foto: Heinz König, Menden
Raubwürger (Lanius excubitor)
© Foto: Martin Woike, Haan

Der Raubwürger ist mit einer Körpergröße von 24 cm die größte mitteleuropäische Würgerart. Die Tiere haben einen großen Kopf und vergleichsweise kurze stumpfe Flügel. Das Gefieder ist kontrastreich schwarz-weiß-grau gefärbt, mit einer hell aschgrauen Oberseite und einer weißen Unterseite. Der lange, gerundete Schwanz ist schwarz mit einer weißen Seitenzeichnung. Ebenso tragen die schwarzen Flügeldecken eine weiße Zeichnung. Charakteristisch ist die schwarze Gesichtsmaske mit einem undeutlichen weißen Überaugenstreif. Seine Lautäußerungen umfassen ein reichhaltiges Repertoire. So kommt neben dem einfachen Gesang aus metallischen oder knirschenden Silben auch ein gezogener Trillerlaut „prriih“ vor. Die Nahrung besteht aus Insekten (vor allem Käfer, Heuschrecken, Hautflügler, Schmetterlinge), kleineren Säugetieren (vor allem Feldmäuse) sowie aus Eidechsen und Kleinvögeln. Zur Jagd sitzt der Raubwürger oft auf hohen Warten und fängt seine Beute aus dem Ansitz bzw. auch aus dem Rüttelflug. Seine Beute spießt er gerne auf Dornen von Sträuchern auf.

In Nordrhein-Westfalen ist der Raubwürger ein sehr seltener Brutvogel und überwintert als Teilzieher zum Teil auch im Brutgebiet. Darüber hinaus erscheinen Raubwürger der nordöstlichen Populationen als regelmäßige aber seltene Durchzügler und Wintergäste.

Der Raubwürger lebt in offenen bis halboffenen, reich strukturierten Landschaften mit niedrigwüchsigen Kraut- und Grasfluren und eingestreuten Gehölzen. Geeignete Lebensräume sind ausgedehnte Moor- und Heidegebiete sowie gebüschreiche Trockenrasen und extensive Grünlandbereiche. Nach seinem Verschwinden aus der Feldflur kommt er vereinzelt auch auf Kahlschlägen und Windwurfflächen in Waldgebieten vor. Ein Brutrevier ist 20-60 (max. 100) ha groß, bei Siedlungsdichten von bis zu 4 Brutpaaren auf 10 km². Das Nest wird in Laub- oder Nadelbäumen sowie in Büschen (v.a. in Dornensträuchern) angelegt. Das Brutgeschäft beginnt ab April, spätestens im Juli sind die Jungen flügge.

In Nordrhein-Westfalen kommt der Raubwürger nur noch lokal im Bergland vor. Seit Jahrzehnten sind die Bestände rückläufig. Das bedeutendste Brutvorkommen liegt im Vogelschutzgebiet „Medebacher Bucht“. Der Gesamtbestand wird auf etwa 30 Brutpaare geschätzt (2010-2013).