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Bruchwasserläufer  (Tringa glareola L.)

EU-Code: A166

VS-Anh. I

Rote Liste 2016 NRW (Brutvogelarten): 0
Rote Liste 2016 NRW (Wandernde Vogelarten): 2
Rote Liste 2010 NRW: 0
Rote Liste D: 0
Status in NRW: R; Erhaltungszustand in NRW (ATL): U
Status in NRW: R; Erhaltungszustand in NRW (KON):

Bruchwasserläufer (Tringa glareola)
© Foto: Martin Woike, Haan

Mit einer Körpergröße von nur 20 cm ist der Bruchwasserläufer ein eher kleiner Watvogel, mit langen, gelblichgrünen Beinen. Im Sommer sind die Tiere durch eine dunkelbraune, weiß gefleckte Oberseite und einen kräftigen weißen Augenstreif gekennzeichnet. Im Winter ist das weiße Fleckenmuster nur schwach ausgeprägt. Im Vergleich zum Waldwasserläufer ist die weiße Zeichnung an der Schwanzwurzel weniger weit ausgedehnt. Beim Auffliegen oder auf dem Zug rufen die Tiere mehrsilbig bis gereiht „djip-djip-bi-bi…“, bei Erregung ein kurzes, hartes „gip-gip gip-gip…“. Die Nahrung besteht vor allem aus Land- und Süßwasserinsekten, kleinen Krebsen und Süßwassermollusken, nach denen sie im Schlamm stochern.

Der Bruchwasserläufer tritt in Nordrhein-Westfalen als regelmäßiger Durchzügler auf, als Brutvogel ist er 1919 ausgestorben. Die heutigen Brutgebiete liegen in Nordeuropa und Nordrussland. Auf dem Herbstdurchzug erscheinen die Vögel in der Zeit von Anfang Juli bis Ende September, mit maximalen Bestandszahlen im August. Auf dem weniger ausgeprägten Frühjahrsdurchzug zu den Brutgebieten treten sie von Mitte April bis Anfang Juni auf, mit einem Maximum Anfang/Mitte Mai. Als Rastgebiete nutzt der Bruchwasserläufer nahrungsreiche Flachwasserzonen und größere Schlammufer von Flüssen, Altwässern, Teichen und Baggerseen. Darüber hinaus kommen die Watvögel auf Verrieselungsflächen, an Kläranlagen sowie auf überschwemmten Grünlandflächen vor.

Das bedeutendste Rastvorkommen in Nordrhein-Westfalen liegt im Vogelschutzgebiet „Rieselfelder Münster“ mit Maximalbeständen von jeweils 40 bis 210 Individuen. Bedeutend sind auch die Vorkommen in den Vogelschutzgebieten „Unterer Niederrhein“ und „Hellwegbörde“ (v.a. Naturschutzgebiet Woeste) mit bis zu 50 Individuen. Der Maximalbestand des Durchzugs wird landesweit auf bis zu 500 Individuen geschätzt (2015). Die durchschnittliche Größe der rastenden Trupps liegt bei 1 bis 10, maximal 50 Tieren.