Schwarzkehlchen  (Saxicola rubicola (L.,1766))

(Syn.: S. torquata)

EU-Code: A276

VS-Art. 4(2)

Rote Liste 2016 NRW (Brutvogelarten): *
Rote Liste 2016 NRW (Wandernde Vogelarten): *
Rote Liste 2010 NRW: 3S
Rote Liste D: *
Status in NRW: B; Erhaltungszustand in NRW (ATL): G
Status in NRW: B; Erhaltungszustand in NRW (KON): U↑

Schwarzkehlchen (Saxicola rubicola)
© Foto: Martin Woike, Haan

Mit einer Körperlänge von 13 cm ist das Schwarzkehlchen etwa so groß wie ein Rotkehlchen. Das Männchen hat zur Brutzeit einen schwarzen Kopf mit weißen Halsseitenflecken, die Brust ist orange gefärbt. Das Weibchen ist oberseits braun, Wangen und Kehle sind dunkelbraun, die Brust leuchtet rostbraun. Bauch- und Unterschwanzdecken sind rahmfarben. Das Schwarzkehlchen wirkt kompakter als das Braunkehlchen und sitzt aufrechter. Sein häufigster Ruf ist ein kurzer Pfiff mit zwei tieferen, schmatzenden Lauten, wie „fid-track-track“. Der Gesang ist eine Aneinanderreihung kurzer Strophen mit pfeifenden und gequetscht klingenden Elementen. Er wird häufig von Singwarten aus, seltener im Singflug vorgetragen. Die Nahrung besteht aus Insekten und Spinnen sowie anderen kleinen Wirbellosen. Der Fang erfolgt durch Ansitzjagd (Flug auf den Boden) oder in kurzem, schräg nach oben führenden Jagdflug.

Das Schwarzkehlchen ist ein Zugvogel, der als Teil- und Kurzstreckenzieher im Mittelmeerraum, zum Teil auch in Mitteleuropa überwintert. In Nordrhein-Westfalen kommt es als seltener Brutvogel vor. Der Lebensraum des Schwarzkehlchens sind magere Offenlandbereiche mit kleinen Gebüschen, Hochstauden, strukturreichen Säumen und Gräben. Besiedelt werden Grünlandflächen, Moore und Heiden sowie Brach- und Ruderalflächen. Wichtige Habitatbestandteile sind höhere Einzelstrukturen als Sitz- und Singwarte sowie kurzrasige und vegetationsarme Flächen zum Nahrungserwerb. Ein Brutrevier ist 0,5 bis 2 ha groß, bei Siedlungsdichten von über 1 Brutpaar auf 10 ha. Das Nest wird bodennah in einer kleinen Vertiefung angelegt. Das Brutgeschäft kann bereits ab Ende März beginnen, Zweitbruten sind üblich. Spätestens im Juli sind die letzten Jungen flügge.

In Nordrhein-Westfalen ist das Schwarzkehlchen vor allem im Tiefland zerstreut verbreitet, mit einem Schwerpunkt im Rheinland. Seit einigen Jahren ist eine deutliche Ausbreitungstendenz zu beobachten. Der Gesamtbestand wird auf 1.500 bis 2.000 Brutpaare geschätzt (2015).