Artinformationen

Artenschutzmaßnahmen

Bestandserfassung

Verbreitungskarten

Pirol  (Oriolus oriolus (Linnaeus, 1758))

EU-Code: A337

VS-Art. 4(2)

Rote Liste 2016 NRW (Brutvogelarten): 1
Rote Liste 2016 NRW (Wandernde Vogelarten): 2
Rote Liste 2010 NRW: 1
Rote Liste D: V
Status in NRW: B; Erhaltungszustand in NRW (ATL): U↓
Status in NRW: B; Erhaltungszustand in NRW (KON): U↓

Pirol (Oriolus oriolus)
© Foto: Martin Woike, Haan

Der Pirol („Vogel Bülow“) ist mit einer Körpergröße von 24 cm etwa so groß wie eine Amsel. Das Männchen ist ober- und unterseits kräftig goldgelb gefärbt, Schwungfedern und Flügeldecken sind schwarz bis schwarzbraun. Die großen Handdecken haben einen gelben Spitzenteil. Die Oberseite des Weibchens ist hell olivgrün mit einem unterschiedlich intensiven, gelblichen Schein. Die Schwungfedern sind braun bis dunkelbraun. Der Flug des Pirols ist wellenförmig. Besonders markant ist sein bekannter, melodisch flötender Ruf “dülioliu“, der etwas an die Amsel erinnert. Der Pirol frisst hauptsächlich Insekten und deren Larven. Im Sommer nimmt er auch fleischige Früchte und Beeren. Die Nahrungssuche erfolgt vorwiegend im Kronenbereich der Bäume durch Aufstöbern und Ablesen.

Der Pirol ist ein Zugvogel, der als Langstreckenzieher den Winter über in Afrika südlich der Sahara verbringt. Als Lebensraum bevorzugt der Pirol lichte, feuchte und sonnige Laubwälder, Auwälder und Feuchtwälder in Gewässernähe (oft Pappelwälder). Gelegentlich werden auch kleinere Feldgehölze sowie Parkanlagen und Gärten mit hohen Baumbeständen besiedelt. Ein Brutrevier ist zwischen 7 bis 50 ha groß. Das Nest wird auf Laubbäumen (z.B. Eichen, Pappeln, Erlen) in bis zu 20 m Höhe angelegt. Nach Ankunft aus dem Überwinterungsgebiet erfolgt im Mai die Besetzung der Brutreviere. Ab Ende Mai/Anfang Juni beginnt das Brutgeschäft, im Juli werden die Jungen flügge.

In Nordrhein-Westfalen kommt der Pirol im Tiefland noch weit verbreitet vor, mittlerweile jedoch in geringer Siedlungsdichte. In den höheren Mittelgebirgsregionen fehlt er. Der Bestand ist vor allem durch hohe Verluste auf dem Zug und im Winterquartier seit Jahren stark rückläufig und wird auf unter 500 Brutpaare geschätzt (2015).