Artinformationen

Artenschutzmaßnahmen

  • Status und Habitat
  • Maßnahmen
  • Quellen

Bestandserfassung

Verbreitungskarten

Sturmmöwe  (Larus canus L.)

EU-Code: A182

Rote Liste 2016 NRW (Brutvogelarten): *
Rote Liste 2016 NRW (Wandernde Vogelarten): *
Rote Liste 2010 NRW: *
Rote Liste D: *
Status in NRW: BK; Erhaltungszustand in NRW (ATL): U
Status in NRW: BK; Erhaltungszustand in NRW (KON):

Sturmmöwe (Larus canus)
© Foto: Martin Woike, Haan

Die 40 cm große Sturmmöwe erscheint auf den ersten Blick wie eine „kleine Silbermöwe“. Kopf, Unterseite und Schwanz sind weiß gefärbt, die Oberseite ist hellgrau. Die Flügelspitzen sind schwarz und weiß gezeichnet. Schnabel und Beine sind zart grünlichgelb, allerdings weist der Schnabel im Vergleich zur Silbermöwe keinen roten Fleck auf. Die Stimme ist viel schriller und höher, als die der Silbermöwe. Die Rufe der Sturmmöwe sind fast gellend („kiä“ oder „kiau“). Die Nahrung ist sehr vielseitig, wobei Regenwürmer die wichtigste Nahrungsquelle bilden. Ferner spielen auch Insekten, Fische, Kleinnager und Pflanzenteile eine wichtige Rolle.

Die Sturmmöwe kommt in Nordrhein-Westfalen seit den 1950er-Jahren als Brutvogel vor. Das Hauptverbreitungsgebiet sind die Küstenregionen von Nord- und Ostsee sowie die gewässerreichen Binnenlandbereiche von Nordeuropa und Russland. Brutvorkommen im mitteleuropäischen Binnenland konzentrieren sich auf Stillgewässer entlang der großen Flussläufe. Die Sturmmöwe brütet gemeinsam mit anderen Wasservögeln in Brutkolonien. Dabei werden störungsfreie Inseln in Abgrabungs- und Bergsenkungsgewässern bevorzugt. Die Tiere legen ihre Nester auf vegetationsarmen Böden mit freier Rundumsicht an. An ihren Brutplätzen sind sie sehr störungsempfindlich. Als Nahrungsgebiete werden umliegende Grünlandflächen aufgesucht. Die Eiablage erfolgt von Ende April/Anfang Mai bis Juni, spätestens im Juli sind die Jungen flügge.

Verbreitungsschwerpunkte der Sturmmöwe in Nordrhein-Westfalen sind die Einzugsbereiche von Rhein und Weser. Der Gesamtbestand wird auf über 400 bis 500 Brutpaare geschätzt, die sich auf etwa 30 Kolonien verteilen (2015). Die größten Kolonien befinden sich auf Inseln des Franziskussees in der Ville (bis zu 90 Brutpaare) sowie auf Flachdächern in Troisdorf und Frechen.