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Rohrweihe  (Circus aeruginosus (L.))

EU-Code: A081

VS-Anh. I

Rote Liste 2016 NRW (Brutvogelarten): VS
Rote Liste 2016 NRW (Wandernde Vogelarten): V
Rote Liste 2010 NRW: 3S
Rote Liste D: *
Status in NRW: B; Erhaltungszustand in NRW (ATL): U
Status in NRW: B; Erhaltungszustand in NRW (KON): U

Rohrweihe (Circus aeruginosus)
© Foto: Martin Woike, Haan

Die Rohrweihe ist mit einer Körpergröße von 48 bis 56 cm fast so groß wie ein Mäusebussard, sie ist jedoch etwas schlanker und schmalflügeliger. Ein gutes Unterscheidungsmerkmal ist der elegantere Weihenflug und die V-förmige Haltung der Flügel beim Segeln und Gleiten. Beim Männchen sind Schwanz und große Teile des Flügels hell blaugrau gefärbt, der Kopf ist ebenfalls hell. Die anderen Federpartien sind braun. Das Weibchen ist insgesamt dunkel-braun gefärbt, nur Kopf, Nacken und kleine Federpartien am Vorderflügelrand sind cremefarben gelb. Unausgefärbte Jungvögel ähneln den Weibchen. Der Ruf ist ein hohes, kiebitzartiges „qui-ä“. Die Nahrung besteht aus Vögeln und Kleinsäugern, die gewöhnlich im niedrigen Suchflug erbeutet werden.

Rohrweihen sind Zugvögel, die als Kurz- bis Langstreckenzieher von Südwesteuropa bis ins tropische Afrika überwintern. In Nordrhein-Westfalen kommen sie als seltene Brutvögel vor. Darüber hinaus erscheinen Rohrweihen der nordöstlichen Populationen als regelmäßige Durchzügler auf dem Herbstdurchzug im August/September sowie auf dem Frühjahrsdurchzug im März/April. Die Rohrweihe besiedelt halboffene bis offene Landschaften und ist viel enger an Röhrichtbestände gebunden als die verwandte Wiesenweihe. Die Nahrungsflächen liegen meist in Agrarlandschaften mit stillgelegten Äckern, unbefestigten Wegen und Saumstrukturen. Jagdreviere können eine Größe zwischen 1 bis 15 km² erreichen. Brutplätze liegen in den Verlandungszonen von Feuchtgebieten, an Seen, Teichen, in Flussauen und Rieselfeldern mit größeren Schilf- und Röhrichtgürteln (0,5-1 ha und größer). Das Nest wird im dichten Röhricht über Wasser angelegt. Seit den 1970er-Jahren brüten Rohrweihen verstärkt auch auf Ackerflächen, wobei Getreidebruten ohne Schutzmaßnahmen oftmals nicht erfolgreich sind. Die Eiablage beginnt ab Mitte/Ende April, bis Anfang August sind alle Jungen flügge.

In Nordrhein-Westfalen kommt die Rohrweihe vor allem im Tiefland mit Verbreitungsschwerpunkten in der Hellwegbörde, der Lippeaue sowie im Münsterland vor. Der Gesamtbestand beträgt 150 bis 250 Brutpaare (2015).