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Bestandserfassung

Verbreitungskarten

Girlitz  (Serinus serinus (L.,1766))

EU-Code: A361

Rote Liste 2016 NRW (Brutvogelarten): 2
Rote Liste 2016 NRW (Wandernde Vogelarten): 3
Rote Liste 2010 NRW: *
Rote Liste D: *
Status in NRW: B; Erhaltungszustand in NRW (ATL): unbek.
Status in NRW: B; Erhaltungszustand in NRW (KON): unbek.

Mit einer Körperlänge von 11,5 cm ist der Girlitz der Kleinste unter den in NRW vorkommenden Finken. Neben seiner rundlichen Gestalt und dem kurzen Hals sind ein stumpfer Kegelschnabel und ein leuchtend gelber Bürzel kennzeichnend. Das Gefieder des Männchens ist intensiv gelb und weist teilweise eine schwarze Streifung auf. Stirn, Kehle und Brustmitte sind ungestreift gelb. Die Schwingen und der gegabelte Schwanz sind überwiegend dunkel und haben gelbe Federränder. Das Gefieder des Weibchens ist ähnlich, aber deutlich blasser. Der Ruf im Flug ist kurz trillernd „trri“ oder zweisilbig „girlit“. Der im Singflug oder von einer Warte aus vorgetragene Gesang setzt sich aus einem sehr schnellen und geräuschhaften Zwitschern mit rascher Folge der Elemente zusammen. Die Nahrung besteht aus kleinen Sämereien von Kräutern und Stauden sowie Knospen und Kätzchen von Sträuchern und Bäumen.

Beim Girlitz handelt es sich um eine rein westpaläarktische Art, die sich in den letzten 150 Jahren vom Mittelmeerraum über Mitteleuropa bis nach Osteuropa ausgebreitet hat. In Mitteleuropa tritt er als flächig verbreiteter, teilweise häufiger Brutvogel auf. Die Hauptwinterquartiere dieses Kurzstrecken- bzw. Teilziehers liegen in den Mittelmeerländern und Westeuropa. Es gibt einzelne Überwinterer in NRW.

Aufgrund seiner mediterranen Herkunft bevorzugt der Girlitz ein trockenes und warmes Klima, welches in NRW nur regional bzw. in bestimmten Habitaten zu finden ist. Aus diesem Grund ist der Lebensraum Stadt für diese Art von besonderer Bedeutung, da hier zu jeder Jahreszeit ein milderes und trockeneres Mikroklima herrscht als in ländlichen Gebieten. Eine abwechslungsreiche Landschaft mit lockerem Baumbestand findet er in der Stadt auf Friedhöfen und in Parks und Kleingartenanlagen. Der bevorzugte Neststandort befindet sich in Nadelbäumen. Das Brutgeschäft im Rahmen einer gewöhnlich monogamen Saisonehe beginnt ab Mitte/Ende April bis Ende Mai, die Zweitbrut Ende Juni bis Mitte Juli.

Das Verbreitungsbild des Girlitz´ in NRW spiegelt den Verlauf der Arealgrenze wider. So gliedern sich an ein geschlossenes Verbreitungsgebiet im Osten schwächere und lückenhafte Vorkommen im Westmünsterland und in Teilen des Bergischen Landes an. Der Gesamtbestand wird auf 5500 bis 10000 Reviere geschätzt (2014).