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Geschützte Arten in Nordrhein-Westfalen


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Waldohreule  (Asio otus (Linnaeus, 1758))

EU-Code: A221

Rote Liste 2010 NRW: 3
Rote Liste 1999 NRW: V
Rote Liste D: *
Status in NRW: B; Erhaltungszustand in NRW (ATL): U
Status in NRW: B; Erhaltungszustand in NRW (KON): U

Waldohreule (Asio otus)
© Foto: Martin Woike, Haan
Waldohreule (Asio otus)
© Foto: Peter Schütz, Essen

Die Waldohreule ist mit einer Körpergröße von 36 cm eine mittelgroße, schlanke Eule. Das Gefieder trägt oberseits ein Muster aus gelblichbraunen und graubraunen Streifen und Flecken. Die rostgelbe Unterseite ist kräftig mit dunklen Längsstreifen und feinen Querbändern gezeichnet. Im Vergleich zum Waldkauz und zur Sumpfohreule haben die Tiere sehr lange Federohren. Die Waldohreule jagt überwiegend im Flug, seltener von Ansitzwarten aus. Die Tiere sind dämmerungs- und nachtaktiv. Mitunter lassen sie sich tagsüber schlafend in unmittelbarer Stammnähe entdecken (häufig in Koniferen). Im Winterhalbjahr kommen sie oftmals an gemeinsam genutzten Schlafplätzen zusammen. Der Reviergesang des Männchens ist ein leises, aber weithin zu hörendes, monoton gereihtes „huh-huh-huh“. Bei der Flugbalz werden durch das Zusammenschlagen der Flügel klatschende Fluggeräusche erzeugt. Das Nahrungsspektrum besteht zu einem hohen Anteil aus Kleinsäugern (vor allem Feld- und Wühlmäusen).

In Nordrhein-Westfalen tritt die Waldohreule ganzjährig als mittelhäufiger Stand- und Strichvogel auf.

Als Lebensraum bevorzugt die Waldohreule halboffene Parklandschaften mit kleinen Feldgehölzen, Baumgruppen und Waldrändern. Darüber hinaus kommt sie auch im Siedlungsbereich in Parks und Grünanlagen sowie an Siedlungsrändern vor. Im Winterhalbjahr kommen Waldohreulen oftmals an gemeinsam genutzten Schlafplätzen zusammen. Als Jagdgebiete werden strukturreiche Offenlandbereiche sowie größere Waldlichtungen aufgesucht. In grünlandarmen Bördelandschaften sowie in größeren geschlossenen Waldgebieten erreicht sie nur geringe Siedlungsdichten. Ein Brutrevier kann eine Größe zwischen 20-100 ha erreichen. Als Nistplatz werden alte Nester von anderen Vogelarten (v.a. Rabenkrähe, Elster, Mäusebussard, Ringeltaube) genutzt. Nach der Belegung der Reviere und der Balz im Januar/Februar beginnt ab Ende März das Brutgeschäft. Spätestens im Juli sind die Jungen selbständig.

Die Waldohreule kommt in Nordrhein-Westfalen in allen Naturräumen nahezu flächendeckend vor. Der Gesamtbestand wird auf etwa 3.800 Brutpaare geschätzt (2012/ÖFS).