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Girlitz  (Serinus serinus (L.,1766))

Art und Abgrenzung der Fortpflanzungs- und Ruhestätte (FoRu)

„Weite Abgrenzung“

Fortpflanzungsstätte: Girlitze legen ihre Nester sichtgeschützt in Bäumen, Sträuchern oder Rankenpflanzen an (BAUER et al. 2005: 533). Die Nahrungssuche findet im nahen Umfeld des Nestes statt. Als Fortpflanzungsstätte wird das gesamte Revier abgegrenzt.

Ruhestätte: Girlitze ruhen in Gehölzen, v. a. in Nadelgehölzen (Fichten, Kiefern und Eiben (GLUTZ VON BLOTZHEIM & BAUER 1997: 496). Die Abgrenzung der Ruhestätte ist in der Abgrenzung der Fortpflanzungsstätte enthalten. Darüber hinaus ist die Ruhestätte einzelner Tiere unspezifisch und nicht konkret abgrenzbar.

Lokalpopulation

  • Vorkommen im Gemeindegebiet

Habitatanforderungen

  • Baum- und Strauchgruppen als Neststandorte. In Siedlungen werden Nester häufig in Koniferen errichtet, z. B. in Fichten und Zypressengewächsen, weiterhin auch in anderen Gehölzen wie Obstbäume, Kastanie, Ahorn, Holunder sowie in Rankenpflanzen (BAUER et al. 2005: 532, FOLZ 2017: 903, HÖLZINGER 1997: 579, GRÜNEBERG & SUDMANN et al. 2013: 430). Wahrscheinlicher Grund für die Bevorzugung von Nadelbäumen (in Villenquartieren mit Gärten und Parkanlagen insbesondere Fichte, Tanne, Schwarzkiefer, Zedern, Eibe, Thuja und Wacholder) ist guter Sichtschutz. Die Nesthöhe beträgt meist ca. 2 bis 6 m (GLUTZ VON BLOTZHEIM & BAUER 1997: 490).
  • Hohe, von freiem Luftraum umgebene Singwarten: periphere Zweige lichter Baumkronen, Leitungsdrähte, Fernsehantennen (GLUTZ VON BLOTZHEIM & BAUER 1997: 487).
  • Nadelbäume werden Laubhölzern als Neststandort vorgezogen und erklären in laubholzdominierter Landschaft weitgehend die Verteilung der Brutpaare; Laubhölzer werden jedoch als Singwarten bevorzugt (GLUTZ VON BLOTZHEIM & BAUER 1997: 487).
  • Die Nahrungssuche erfolgt überwiegend am Boden, aber auch turnend an samentragenden Stauden und v. a. zur Brutzeit auch hoch in Bäumen (BAUER et al. 2005: 532). Für die Nahrungssuche am Boden benötigt der Girlitz offene Flächen mit niedrigem bis schütterem, samenreichen Gras- und Krautbewuchs (HÖLZINGER 1997: 578). Die Verfügbarkeit von samentragenden, krautreichen Flächen ist in der Regel der Schlüsselfaktor für das Vorkommen. (Bruthabitate sind auch nach Entnahme einzelner Gehölze in der Regel im Umfeld noch ausreichend vorhanden).
  • In NRW haben städtische Lebensräume wie Friedhöfe, Parks und große Gärten eine hohe Bedeutung, da hier eher das vom Girlitz bevorzugte mild-trockene Mikroklima als im ländlichen Raum vorhanden ist (GRÜNEBERG & SUDMANN et al. 2013: 430).

  • Raumbedarf zur Brutzeit nach FLADE 1994: 551: <1 bis 3 ha.