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Bestandserfassung

Verbreitungskarten

Sperlingskauz  (Glaucidium passerinum (L.))

EU-Code: A217

VS-Anh. I

Rote Liste 2016 NRW (Brutvogelarten): *
Rote Liste 2010 NRW: R
Rote Liste D: *
Status in NRW: B; Erhaltungszustand in NRW (ATL):
Status in NRW: B; Erhaltungszustand in NRW (KON): G

Sperlingskauz (Glaucidium passerinum)
© Foto: Martin Woike, Haan

Der Sperlingskauz ist die kleinste einheimische Eulenart und mit einer Körpergröße von 16 bis 19 cm nur etwa so groß wie ein Star. Die Weibchen sind etwas größer als die Männchen. Das Gefieder ist oberseits überwiegend rötlichbraun bis bräunlich gefärbt, mit kleinen hellen Flecken. Die Unterseite ist insgesamt heller gefärbt und mit braunen Längsstreifen gezeichnet. Der Schwanz ist braun mit fünf hellen Querbinden. Die relativ kleinen Augen haben eine gelbe Iris. Der dämmerungs- und tagaktiv Sperlingskauz lebt sehr versteckt und ist meist nur durch seine Rufe nachzuweisen. Der Reviergesang der Männchen ist eine monotone Folge von Pfeiftönen „djü“, die mit steigender Tonhöhe vorgetragen werden („Tonleiter“). Die Nahrung besteht hauptsächlich aus Mäusen sowie aus Kleinvögeln, die vor allem im Winterhalbjahr eine wichtige Ausweichnahrung darstellen.

Sperlingskäuze treten in Nordrhein-Westfalen als sehr seltene Stand- und Strichvögel auf. Der Sperlingskauz lebt in reich strukturierten, älteren Nadel- und Mischwäldern. Entscheidend für sein Vorkommen sind deckungsreiche Tageseinstände (z.B. Jungfichtenbestände) sowie lichte Baumbestände mit Höhlenbäumen und Singwarten. Als Jagdgebiete werden lichtere Waldflächen und Waldränder aufgesucht. Ein Brutrevier ist bei günstiger Habitatqualität kleiner als 50 ha, Jagdreviere sind meist zwischen 100 bis 400 ha groß. Als Nistplatz werden Baumhöhlen genutzt (v.a. Buntspechthöhlen in Fichten), gelegentlich werden auch Nistkästen angenommen. Nach einer Herbstbalz (September/Oktober) beginnt die eigentliche Hauptbalz im Februar/März. Von Mitte April bis Anfang Mai erfolgt die Eiablage, bis Juli werden die Jungen flügge. Bei Jungkäuzen wurden Ansiedlungen in einer Entfernung bis zu 250 km nachgewiesen.

Der Sperlingskauz hat in den letzten Jahrzehnten in Deutschland eine deutliche Erweiterung des Areals vollzogen. In Nordrhein-Westfalen kommt er seit 1994 als Brutvogel im Sauer- und Siegerland, mittlerweile auch in der Egge und der Eifel vor. Der Gesamtbestand wird auf 200 Brutpaare geschätzt (2015).